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Move It – Du bewegst

Du willst etwas bewegen? Etwas in Deinem Stadtteil oder der Gesamtgesellschaft verändern? Deine Meinung zu einem Thema so sagen, dass sie auch von anderen gehört wird? Etwas dafür tun, dass Menschen aller Geschlechter und Kulturen gleich behandelt werden? Dann bist Du bei unserem neuen Projekt „Move it“ genau richtig!

Alle Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 16 und 27 Jahren (Ausnahmen möglich) – mit oder ohne Migrationshintergrund – sind eingeladen mitzumachen.

In verschiedenen Workshops gehen wir folgenden Fragen nach:

Was ist eine Demokratie und was sind demokratische Werte? Was bedeutet Gleichstellung? Wie können wir Medien nutzen um die Gesellschaft zu verändern und was bedeutet Meinungsfreiheit? Welche Stärken und Potenziale schlummern in uns und wie können wir sie aktiv nutzen? Diese Fragen begleiten uns im Projekt. Außerdem möchten wir mit Euch zusammen spannende Präsentationen unserer neu gewonnenen Kenntnisse entwerfen. Ob als Videoclip, Internetpräsentation, Text, Fotoserie oder in einer anderen Form – Ihr entscheidet, was wir entwickeln.

Um einen handfesten Einblick in demokratische Mitgestaltungsmöglichkeiten zu bekommen, wollen wir außerdem verschiedene Organisationen und Personen besuchen, darunter Verbände, Gewerkschaften, Parlamente, Initiativen, aber auch Medienhäuser und Blogger*innen.

Neugierig geworden?

Dann komm zu den folgenden Terminen:
(Ein späterer Einstieg ist jederzeit möglich)

10.12.18 um 18 Uhr

17.12.18 um 18 Uhr

Im Januar geht es dann weiter in den einzelnen Workshops.

Wo? Im Kulturzentrum Faust (Warenannahme), Zur Bettfedernfabrik 3, 30451 Hannover.

Wir Freuen uns auf Euch!

Unsere Arbeitsbereiche:


Unsere nächsten Veranstaltungen…

Move it – Du bewegst

Faust Warenannahme

10.12.18 um 18 Uhr

17.12.18 um 18 Uhr

Miteinander 55+

Gemeinsam Kochen und Erzählen: 04.12.2018 und 18.12.2018 jeweils um 16 Uhr in der IIK

Tanz, Bewegung und Kreativität: 12.12.2018 und 19.12.2018 jeweils um 16 Uhr im Tango Milieu (Zur Bettfedernfabrik 1, 30451 Hannover – neben dem IIK-Büro)

Fortbildungen

(Achtung! Neuer Termin!)

Am Samstag, den 17.11. bieten wir von 10 bis 16 Uhr einen kostenlosen Workshop für Ehrenamtliche an, die im Bereich Alphabetisierung von Geflüchteten und Migrant*innen tätig sind. Themen, die während der Fortbildung behandelt werden, sind unter anderem die Rolle der Beziehungsarbeit, die Wahl geeigneter Lehrmittel, Strukturierung des Unterrichts, praktische Übungen und Methoden sowie zielgruppengerechtes Unterrichten.

Anmeldung und nähere Informationen: info@iik-hannover.de

Die Rohingya – Ein heimatloses Volk

Vortrag & Fotoausstellung vom 21.11.2018

 

Leider nur Männer auf dem Podium – bei der Rohingya-Veranstaltung am 21. November 2018 in der Faust-Warenannahme. Aber immerhin sprach eine starke Frau die einleitenden Worte: Mahjabin Ahmed, die Leiterin der Initiative für internationalen Kulturaustausch IIK e.V., die gemeinsam mit dem Arbeitskreis Bangladesch und dem MiSO-Netzwerk zu diesem informativen Abend eingeladen hatte.

Es ging um das heimatlose Volk der Rohingya, von denen etwa eine Million aus Burma in das Nachbarland Bangladesch geflohen sind. Dort – in Cox’s Bazar – befindet sich das derzeit größte Flüchtlingslager der Welt. Die Lebensbedingungen der nach Massakern durch die burmesische Armee aus ihrer Heimat Geflüchteten sind schlecht, trotz der bereits vor 70 Jahren beschlossenen UN-Charta über die allgemeinen Menschenrechte.

Hanno Schedler von der Gesellschaft für bedrohte Völker e.V. (auf dem Foto rechts) berichtete über die Rohingya und deren prekäre Situation im weltgrößten Flüchtlingslager Kutupalong. Extra für diesen Abend angereist war Sisir Dutta (zweiter von links), der Director des Bangladesh Institute of Theatre Arts (BITA). Das Ziel des BITA ist es, jungen Rohinyga Zukunftsperspektiven aufzuzeigen. Dazu bieten die Mitglieder kontinuierlich Bildungs- und Freizeitveranstaltungen an.  Dutta und der Journalist und Fotograf Sharaf Ahmed (links auf dem Foto)machten sich selbst ein Bild vor Ort und beschrieben die teils schockierenden Schicksale der Geflohenen. Moderiert wurde die Diskussion von Klaus Strempel (zweiter von rechts mit Mikro). Der Oud-Spieler Ido Kero aus dem Irak begleitete das Programm musikalisch.

Eine große Fotoausstellung mit Bildern von Subhrajit Bhattacharjee und Sharaf Ahmed war ebenfalls ein zentraler Teil der Veranstaltung. Die Aufnahmen vermittelten einen bewegenden Einblick in die derzeitige Lebenssituation der Menschen im Flüchtlingscamp. Sie sind noch bis zum 20. Dezember in ‚Der Nachbarin Café‘ (Kulturzentrum Faust) zu sehen.

Hier gibt es ein Video zu unseren zwei Veranstaltungen zum Thema “Rohingya, ein Volk ohne Heimat”.

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Eine Veranstaltung vom Menschenrechte grenzenlos – Bündnis Hannover. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe “70 Jahre Menschenrechte. Wir schauen genau hin!”

Neuer Deutschkurs: Alphabetisierung und Anfänger (A0)

Wir bieten einen neuen Deutschkurs in Hannover Hainholz an.
Der Kurs findet jeden Montag und Donnerstag von 10 bis 12 Uhr in der Ezidischen Akademie in der Schulenburger Landstr. 150, 30165 Hannover statt und wird ehrenamtlich geleitet.
Er ist für alle geeignet, die gerade anfangen Deutsch zu lernen.

Eine Übersicht zu unserem Deutschkursangebot findet ihr hier.

Concert for Rohingya am 28.09.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Musik für die Heimatlosen 

Knapp 1 Million Menschen sind in den letzten zwei Jahren aus Myanmar ins benachbarte Bangladesch geflohen. Sie gehören der Volksgruppe der Rohingya an, die dem muslimischen Glauben angehören und im mehrheitlich buddhistischen Myanmar diskriminiert und verfolgt werden. Nachdem der Konflikt 2017 eskaliert war und das Militär Tausende der Rohingya getötet und ihre Dörfer niedergebrannt hatte, flohen Hunderttausende Menschen in das selbst völlig verarmte Nachbarland. So ist hier, im bengalischen Cox’s Bazar, das größte Flüchtlingslager der Welt entstanden.

Um auf die prekäre Lage der Rohingya aufmerksam zu machen, veranstaltete der interkulturelle Verein Initiative für Internationalen Kulturaustausch (IIK) in Kooperation mit dem MiSO-Netzwerk e.V., Feinkost Lampe e.V. und dem AK Bangladesch am 28.09. in der Hannoveraner Christuskirche ein Benefizkonzert zugunsten der vielen, teils schwer traumatisierten Kinder – darunter Tausende Waisen –, die über die Hälfte der Flüchtlinge bilden. Da die Kinder kaum Zugang zu Bildung haben, sind Programme von Hilfsorganisationen vor Ort besonders wichtig. So gehen die Spenden, die an dem Abend eingenommen wurden, an das Bangladesh Institute of Theatre Arts, zu dem die selbst aus Bangladesch kommende Leiterin der IIK e.V. einen direkten Kontakt hat. Die Organisation hat im Flüchtlingslager Kutupalong ein umfassendes Konzept an Workshop- und Freizeitangeboten in den Bereichen Kunst, Musik & Theater entwickelt, um den Kindern so etwas wie Sinnhaftigkeit und eine Perspektive zu geben in einer Situation, die vollkommen hoffnungslos scheint. Zudem lernen sie Techniken, mit Traumata umzugehen, ihr Selbstvertrauen zu stärken und sich zu schützen vor Gefahren wie Radikalisierung, Ausbeutung und Missbrauch.

 

 

 

 

 

 

Nach einem Auftakt einer jungen südasiatischen Tanzgruppe und zwei Grußwörtern von der Pastorin der Christuskirche Stefanie Sonnenburg und IIK-Leiterin Lipi Mahjabin Ahmed sowie einer kurzen Einführung des Moderators Gerd-Michael Urbach diente der erste Teil des Abends vor allem der Aufklärung: Hierzu hielt Hanno Schedler von der Gesellschaft für bedrohte Völker e.V. einen eindrucksvollen Vortrag über die Lage der Rohingya und machte deutlich, dass die Volksgruppe in Myanmar gravierender Verfolgung ausgesetzt ist – so wird insbesondere Facebook von radikalen buddhistischen und nationalistischen Kräften genutzt, um gegen die Rohingya zu hetzen. Auch haben die Angehörigen der Minderheit kaum Zugang zu Schulen oder Universitäten, erhalten nicht die Staatsbürgerschaft  und dürfen folglich auch nicht wählen. Selbst in ihrer Bewegungsfreiheit sind sie eingeschränkt. Schedler machte auch deutlich, dass die Menschen in Bangladesch, ein Land, welches selbst verarmt und überbevölkert ist, keine wirkliche Zukunft haben.

In der Pause hatten die Gäste Gelegenheit, sich in Ruhe der Fotoausstellung zu widmen, die Bilder zeigte, die sowohl der indische Journalist Subhrajit Bhattacharjee als auch IIK-Vorstandsmitglied Sharaf Ahmed bei ihren Besuchen im Flüchtlingslager gemacht haben und die das Alltagsleben im Lager eindrucksvoll dokumentieren. Vor allem aber zeigen die Fotos Gesichter – so zum Beispiel das Gesicht einer älteren Frau, die mit sorgenvollem, fast schon hilfesuchendem Blick in die Kamera schaut, von einem jungen Ehepaar, das in seiner kleinen, ärmlichen Hütte sitzt und von Kindern, die manchmal traurig, manchmal lachend, manchmal neugierig in die Kamera blicken. Sie alle erinnern daran, dass es bei der humanitären Katastrophe der Rohingya – so fernab von Europa sie sich auch abspielen mag – um Menschen geht, jeder einzelne davon mit einer eigenen Geschichte.

Der zweite Teil des Abends entführte das Publikum in die Welt der Musik: Zuerst bot das Treppenhausquartett, bestehend aus Musiker*innen des deutschlandweit bekannten Orchesters im Treppenhaus, eine dynamische Darbietung des Streichquartetts in F-Dur von Maurice Ravel dar. Dann gesellte sich die auf internationalen Bühnen spielende Komponistin und Pianistin Marina Baranova dazu und spielte mit Unterstützung des Streichquartetts Auszüge aus ihrem Debussy Projekt und ihren Werken „Firebird“ und  „Hypersuites“. Das Ensemble verzauberte so die Gäste mit Baranovas einzigartigen, melancholischen Stücken, die sich zwischen Klassik und experimenteller Improvisation bewegen.

 

 

 

 

 

 

Die Veranstaltung war gut besucht; besonders freuten sich die Veranstalter über die eingenommenen Spenden in Höhe von 850 Euro, die direkt der Arbeit des Bangladesh Institute of Theatre Arts zugutekommen werden.

Hier gibt es ein Video zu unseren zwei Veranstaltungen zum Thema “Rohingya, ein Volk ohne Heimat”.

„MUSIK MACHT STARK!“

– Das Musikprojekt für Kinder und Jugendliche

Im Mai startete unser Projekt „Musik macht stark“ und seitdem findet jeden Sonntag unser kostenloser Musikunterricht hier in den Räumen der IIK statt. Es kommen viele musikinteressierte Kinder und Jugendliche im Alter von 7 bis 18 Jahren aus verschiedenen Kulturkreisen vorbei um gemeinsam mit Lehrer Viktor die ersten Griffe auf der Gitarre zu lernen.
Bei den jüngeren Teilnehmer*innen liegt der Fokus eher darauf, ein Gefühl für das neue Instrument zu entwickeln, wohingegen die Älteren schon selbstständig Akkorde greifen und mittlerweile ein erstes Lied spielen können. Ein bisschen Musiktheorie und Harmonielehre dürfen zum besseren Verständnis natürlich auch nicht fehlen. Allerdings haben die Schüler viel Freiraum um eigenständig zu üben und sich gegenseitig auszutauschen. Zur Auflockerung werden zwischendurch gemeinsam Spiele gespielt und mittags stellen wir Pizza und Getränke zur Stärkung bereit.

Falls du auch Lust hast nächsten Sonntag um 11 Uhr dabei zu sein, dann schreib uns eine E-Mail an info@iik-hannover.de. Wir freuen uns auf Dich!

Fortbildung über interkulturelle Kompetenz vom 28. Juli 2018

Am Samstag, den 28. Juli fand die Fortbildung über interkulturelle Kompetenz mit Referentin Linda Bücking (Trainerin Eduk8, Erasmus Student Network) in der IIK statt.
Sieben interessierte Haupt- und Ehrenamtliche nahmen an dem interaktiven Workshop teil.
Zunächst lag der Fokus auf der Begriffsklärung von ‚Kultur‘ und wie individuell jede*r diese für sich definiert.
Anschließend wurden Missverständnisse und mögliche Probleme, die die interkulturelle Kommunikation beeinträchtigen können, anhand von Beispielen aufgezeigt und verschiedene Lösungsansätze für die tägliche Arbeit im Ehrenamt entwickelt. Wichtige Aspekte dabei sind Stereotype, Religion und Geschlechterrollen, die sich von Kultur zu Kultur stark unterscheiden und in der Verständigung untereinander beachtet werden müssen.
Um das Gelernte anzuwenden und zu verinnerlichen, führte Linda Bücking mit den Teilnehmer*innen verschiedene praxisnahe Übungen durch.

„‘Ich mach mit`- NGOs in Hannover stellen sich vor“ vom 24. Juli 2018

Unter dem Motto „Zu Hause bleiben war gestern“ fand am 24. Juli die Veranstaltung „‘Ich mach mit`- NGOs in Hannover stellen sich vor“ statt, die in Kooperation mit dem Verein Niedersächsischer Bildungsinitiativen e.V. (VNB) entstanden ist. Dabei trat die IIK nicht nur als Mitveranstalterin auf, sondern war auch eine der 15 Organisationen, die sich und ihre Arbeit interessierten Besucher*innen vorstellte.
Obwohl die Temperaturen auf hitzige 34 Grad anstiegen, wurde die Veranstaltung von vielen engagierten Menschen besucht – die Sorge, dass alle Interessierten lieber am Badesee verweilen anstatt in die Faust zu kommen, erwies sich also als unbegründet.
Nach einer kurzen Begrüßung von Kari Bergmann von der IIK, und Henriette Lange vom VNB ging es in einen regen Austausch zwischen Interessierten und den verschiedenen Vereinen, darunter z. B. Greenpeace, die Refugee Law Clinic, Ayouna und Amnesty International.
Ziel der Veranstaltung war nicht nur die Vorstellung der Vereine und damit die Vielfalt an Möglichkeiten, sich mit ehrenamtlicher Arbeit einzubringen, sondern vor allem den persönlichen Kontakt zu möglichen Ehrenamtlichen herzustellen und auf individuelle Fragen einzugehen. Das Interesse an den Angeboten der IIK war sehr groß; bereits am nächsten Tag meldeten sich mehrere Personen, die wir für ein Ehrenamt begeistern konnten. Über diesen Zuspruch freuen wir uns sehr und wir sind gespannt auf die Zusammenarbeit mit neuen, engagierten Menschen.

Am 7. August 2018 von 18 bis 21 Uhr findet im Kulturzentrum Pavillon die Abschlussveranstaltung des VNB-Projekts „Zu Hause bleiben war gestern – ich mach mit!“ statt, das junge Erwachsene zwischen 16 und 29 Jahren in Hannover für politische Beteiligung begeistern möchte.  Hier werden die Ergebnisse des einjährigen Projekts präsentiert und die Poetry Slammer*innen Ninia LaGrande und Jennifer Gegenläufer werden dort als Gäste auftreten.

Interkulturelles Sommerfest vom 24. Juni 2018

Am 24. Juni war es wieder soweit: Wir feierten unser alljährliches interkulturelles Sommerfest. Trotz des nasskalten Wetters, welches eher an einen launischen, grau-kühlen Apriltag erinnerte, waren sehr viele von euch da. Auch viele Flohmarkt-Besucher*innen ließen sich durch das leckere Essen und die Musik anlocken. Zum Glück fand das Programm hauptsächlich drinnen statt; den Mittelpunkt bildete die Bühne in der Warenannahme der Faust, wo die Leute Schutz vor Wind und Regen suchen konnten.
Eingeleitet wurde das Fest durch Grußworte von IIK-Leiterin Lipi Mahjabin Ahmed, Sozial- und Sportdezernentin Konstanze Beckedorf und Bezirksbürgermeister Rainer Grube. Alle drei betonten die Wichtigkeit solcher Projekte wie das interkulturelle Freizeitprojekt “Miteinander 55+”, insbesondere im Hinblick auf die Notwendigkeit von Toleranz und Verständigung zwischen den verschiedenen Kulturen in den Nachbarschaften innerhalb Hannovers.
Anschließend wurden die Zuschauer*innen von Lukas’ großartiger Zaubershow und den vielseitigen Tanzgruppen bestens unterhalten. Es wurden sehr lebendige, traditionelle Tänze aus Indien und Afghanistan aufgeführt sowie ein Improtanz von Vera, welcher das Publikum ebenfalls ins Schwitzen brachte.
Auch die musikalischen Performances waren mitreißend – die in Hannover allseits bekannten und beliebten Linden Legendz waren mit dabei und brachten die Warenannahme mit den lebendigen Beats und ihren mitreißenden Stimmen zum Beben und zeitweilig sogar zum Tanzen. Auch die kleine Falak bezauberte mit ihrem Gesang die Zuschauer*innen, genauso wie die Musikband Eviva und Ido, der auf seiner Oud ein paar schöne Stücke spielte.
Was das leibliche Wohl betraf, so hatten die Gäste dieses Mal die Qual der Wahl und durften sich unter anderem zwischen peruanischer, indischer, ivorischer und ukrainischer Küche entscheiden.
Auch an den Malaktionen wie dem Bemalen von Stoffbeuteln oder dem gemeinschaftliche Bemalen einer (Schatz-)Truhe beteiligten sich viele, vor allem die jüngeren Gäste. Viele ließen sich auch von unserer Henna-Künstlerin die Hände mit wunderschönen Henna-Motiven verzieren.

Natürlich wäre es ohne die Hilfe der ganzen fleißigen Helfer*innen, Künstler*innen und Köch*innen nicht möglich gewesen, so ein buntes und lebendiges Sommerfest auf die Beine zu stellen.
Ein herzliches Dankeschön an alle, die das möglich gemacht haben – nicht zuletzt auch an die Faust, die uns  ihre Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt und uns tatkräftig unterstützt hat! Wir freuen uns schon auf das Sommerfest im  nächsten Jahr!

Einblicke und Antworten zum Familiennachzug

– Diskussionsrunde vom 23. Mai 2018

Am Mittwochabend  informierte die IIK e.V. zusammen mit dem Flüchtlingsrat Niedersachsen über das Thema Familiennachzug.

Zu Beginn begrüßte die Leiterin der IIK Mahjabin Ahmed alle Anwesenden und hielt eine kurze Willkommensrede. Sie betonte, dass der neue Gesetzesentwurf der Integration und damit auch der Zukunft vieler geflüchteter Menschen hier in Deutschland im Wege stehe und einer Willkommenskultur in Deutschland widerspreche.

Danach wurden sechs kurze, teils sehr tragische, Geschichten von Menschen vorgelesen, die wir aus unserer tagtäglichen Beratung kennen: Teilweise haben diese Menschen bereits erfolgreich ihre Familien nachholen können bzw. gehören selbst zu den Nachziehenden – so wie der heute 20-jährige Syrer Yasin, der bereits in Jordanien Deutsch gelernt hat. Teilweise sind sie aber auch vom (beschränkten) Familiennachzug betroffen oder haben mit ihrem Status überhaupt keine Chancen darauf, ihre Familie nachzuholen – so wie Tarek aus Afghanistan, der sich im Klageverfahren befindet und seine Frau und seine beiden Töchter in Afghanistan zurücklassen musste, und der deutlich macht: Niemand verlässt ohne Grund seine Familie.

Anschließend gab Karim Alwasiti (Flüchtlingsrat Niedersachsen) einen kurzen Überblick zu dem Thema und machte deutlich, dass das Thema Familienzusammenführung deshalb so relevant ist, weil es derzeit im Grunde für Schutzsuchende bzw. die Kernfamilie der Schutzsuchenden die einzige gefahrlose Möglichkeit ist, nach Deutschland zu kommen. Gleichzeitig stellte er klar, dass die Politik seit Jahren versucht, mittels bürokratischer Hürden, der Verwaltungspraxis und Gesetzes-verschärfungen, die Familienzusammenführung immer weiter einzuschränken. So wurde der Familiennachzug zu subsidiär Geschützten – der Status, den vor allem Syrer*innen erhalten haben – durch das Asylpaket II für volle zwei Jahre bis März 2018 ausgesetzt, um den Zuzug zu beschränken. Hiervon waren Hunderttausende Geflüchtete betroffen.

Anfang 2018 wurde die gleiche Regelung dann zunächst bis Ende Juli 2018 verlängert.  Der neue Gesetzesentwurf will nach der Abschaffung des Rechtsanspruchs auf Familiennachzug für subsidiär Geschützte nun ein monatliches Kontingent von maximal 1.000 Menschen pro Monat die Möglichkeit geben, nach Deutschland einzureisen. Nach welchen Kriterien dies entschieden werden soll, bleibt bisher völlig unklar. Alwasiti fasste dies mit den Worten zusammen: „Es ist eine Art Lotterie.“

In der anschließenden Podiumsdiskussion diskutierten die Teilnehmer*innen Yasmin Fahimi (MdB, SPD-Bundestagsfraktion), Benedikt Behlert (Institut für Friedenssicherungsrecht und Humanitäres Völkerrecht, Bochum), Karim Alwasiti, Fahad Al-Hutaimi sowie Moderator Kai Weber (Flüchtlingsrat Nds) über Sinn und Unsinn – bzw. Recht und Unrecht – des neuen Gesetzesentwurfes zum Familiennachzug.

Aus völkerrechtlicher Perspektive ist die Begrenzung – und selbstverständlich auch die Aussetzung – problematisch: Das Völkerrecht garantiert zwar keinen grundsätzlichen Anspruch auf Familienzusammenführung, verlangt aber, dass jeder Einzelfall geprüft wird. Faktisch sei dies nicht passiert. Auch die UN-Kinderrechtskonvention spricht davon, dass das Kindeswohl in besonderem Maße zu berücksichtigen sei. Auch dies ist ohne die Prüfung jedes einzelnen Falls nicht möglich. Von politischer Seite hörten wir, dass die Beschränkung des Familiennachzugs der einzige Kompromiss war, der mit der CDU/CSU ausgehandelt werden konnte – und dass nur so noch Schlimmeres auf Gesetzesebene verhindert werden konnte. Zynisch, finden einige. Dass dies vor allem für die Betroffenen selbst unverständlich ist – und sie das auch ihren Ehepartner*innen und ihren Kindern, die immer noch in Bürgerkriegsländern wie Syrien ausharren, kaum erklären können – wurde nicht zuletzt durch einen bewegenden Beitrag aus dem Publikum deutlich. Außerdem, so machte Fahad Al-Hutaimi deutlich, haben diese politischen Entscheidungen einen stark demoralisierenden Effekt: Viele geflüchtete Menschen warten schon seit Jahren darauf, dass sie ihre Ehepartner*innen oder ihre Kinder zu sich in Sicherheit bringen können. Und viele sind inzwischen so entmutigt, dass sie keinen Sinn mehr darin sehen, Deutsch zu lernen oder eine Ausbildung zu beginnen.

Letztlich bleibt daher eines sehr wichtig: Wir müssen weiterhin unsere Stimme erheben und lautstark die Rechte einfordern, die uns und *allen* unseren Mitbürger*innen zustehen.

1.Mai-Fest 2018

Wie jedes Jahr fand wieder das 1.Mai-Fest auf dem Faust-Gelände statt und auch wir feierten mit und luden zu einem kleinen IIK-Grillfest ein.
Trotz des stürmisch-grauen Wetters (das am späten Nachmittag dann etwas freundlicher wurde) kamen zahlreiche Vereinsmitglieder, Unterstützer*innen und Freund*innen und das Buffet wurde schnell mit internationalen Köstlichkeiten gefüllt. Wie immer wurde herzlich gelacht, geredet und sogar Musik gemacht. Neben unserem kleinen Waffelstand, verkaufte die Iash Board leckere traditionelle indische Gerichte vor unserer Tür, die man sich nicht entgehen lassen konnte.
Wir hoffen, ihr seid auch alle gut in den Mai gekommen!

Rückkehr nach Afghanistan?

– Vortrag von Friederike Stahlmann vom 7. Dezember 2017

Am 7. Dezember fand der Vortrag zum Thema „Afghanistan ist nicht sicher“ im Ballhof Café in Hannover statt. Organisiert wurde der Abend vom Flüchtlingsrat Niedersachsen in Kooperation mit der IIK im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Tag der Menschenrechte“.  Die Referentin Friederike Stahlmann, welche Afghanistan-Spezialistin am Max-Planck-Institut ist, schilderte die politischen und gesellschaftlichen Machtverhältnisse in Afghanistan in eindringlicher, plakativer und beeindruckend konkreter Weise.
Trotz der Proteste internationaler Menschenrechtsorganisationen hält die Bundesregierung Abschiebungen nach Afghanistan weiterhin für vertretbar. Der Vortrag diskutierte die Argumente, die von beiden Seiten vorgebracht werden, bot landeskundliche Hintergründe zu den vielfältigen Sicherheitsrisiken und diskutierte die besondere Situation abgeschobener Asylbewerber. Die Referentin kam zu dem Schluss, dass die Lebensumstände im Heimatland für einen Rückkehrer derart prekär oder gar lebensbedrohend sind, dass eine Abschiebung aus Deutschland – über kurz oder lang – mit einer Abschiebung in den Tod gleichzusetzen sei.  Insgesamt kamen viele interessierte Besucher, die vom Vortrag tief betroffen waren.

„Menschen(rechte) über Bord“

– Veranstaltung vom 20. November 2017

7.500. So viele Tote zählte die IOM (The International Organization for Migration) im Jahr 2016 unter den Migrant*innen, also unter den Menschen, die weltweit auf der Flucht waren. Dabei gilt das Mittelmeer nach wie vor als die tödlichste Fluchtroute: Allein hier sind seit 2014 über 13.000 Menschen ums Leben gekommen.
Dr. Tankred Stöbe von Ärzte ohne Grenzen und Fabian Melber von Sea-Watch haben einigen dieser namenlosen Menschen am 20.11.17 bei unserer Veranstaltung “Menschen(rechte) über Bord!” ein Gesicht gegeben. Beide berichteten von ihren Rettungseinsätzen auf dem Mittelmeer und in Libyen.

Anschließend diskutierten die beiden Referenten unter der Moderation von Kai Weber (Geschäftsführer Flüchtlingsrat Nds.) mit Sabine Lösing (MeP, Die Linke), Gerald Knaus (Geschäftsführer ESI) und Georgia Jeschke (Ratsfrau der CDU in Hannover). Dabei waren die Seenotrettung im Mittelmeer und die erschwerten Bedingungen für die NGOs ebenso Gegenstand der Diskussion wie mögliche Lösungsoptionen für die unhaltbaren Zustände in Libyen. Besonders kontrovers wurde die Frage diskutiert, inwiefern der EU–Türkei-Deal, an dem Gerald Knaus entscheidend mitgewirkt hatte, eine Blaupause für Verhandlungen der EU mit anderen Herkunfts- und Transitländern sein könnte. So entstand eine sehr lebendige Diskussion, an der sich auch das Publikum rege beteiligte.

An dieser Stelle noch einmal ein herzlicher Dank von uns, der Initiative für Internationalen Kulturaustausch e.V., an alle Beteiligten, Gäste, Diskussionsteilnehmer*innen und Referent*innenen sowie an unsere Kooperationspartner; dem Flüchtlingsrat Niedersachsen und dem Kulturzentrum Faust für diesen interessanten Abend.

Alle Menschen lachen in der gleichen Sprache

– Firas Alshater in Hannover

Humor ist nicht alles. Aber alles ohne Humor ist nichts. Getreu diesem Motto hat uns der syrische Filmemacher und Autor Firas Alshater am Mittwochabend gezeigt, dass er zwar viel Leidvolles in seinem Leben erlebt hat und ihm auch immer noch von vielen Seiten Hass entgegenschlägt, er sich aber deswegen das Lachen nicht nehmen lässt.  Der Fokus auf das Positive, auf die Komik in der Tragik ist das, was ihn leitet und antreibt: So mag er die gelegentlichen Hasskommentare unter seinen Youtube-Videos zwar zur Kenntnis nehmen, aber darauf eingehen – nein. Da beschäftigt er sich lieber eingehend mit den vielen Heiratsanträgen, die sich ebenfalls in den Kommentarspalten finden. Mit den begeisterten Reaktionen, den Liebesbekundungen und dem echten Interesse an seiner Arbeit. Natürlich auch mit Kritik, sofern sie denn konstruktiv ist.

Und so erzählt Firas. Von den grausamen Erlebnissen in seiner Heimat Syrien, von den Erinnerungen an die Misshandlungen im syrischen Gefängnis, als er wegen seiner Videodokumentationen vom Regime über Monate festgehalten und gefoltert worden ist. Von dem andauernden Freiheitskampf vieler syrischer Bürger, von der Selbstverständlichkeit, jeden Tag mindestens einen geliebten Menschen zu verlieren. Vom Ankommen in Deutschland, vom Warten im LaGeSo (Landesamt für Gesundheit und Soziales Berlin) und den Bedingungen im Flüchtlingsheim, vom ersten Brief, den er in seinem Leben je bekommen hat – ein Brief vom Finanzamt mit seiner Steuernummer.

Auf die Frage, ob sich Firas je wieder vorstellen könne, nach Syrien zurückzukehren, antwortet er, er werde dort sein, wo er seine Meinung sagen kann. Denn solange das Assad-Regime an der Macht ist, wird es keine Freiheit für die syrischen Bürger geben, sagt Firas. Und das – das sei überhaupt das Allerbeste an Deutschland: Keine Angst zu haben davor, was man denkt und was man sagt. Und natürlich das, was viele hierzulande vielleicht für selbstverständlich halten: Frieden.

Rund 200 Gäste haben am Mittwochabend den Weg in die Warenannahme in der Faust gefunden und Firas‘ Geschichten zugehört. Organisiert wurde die Veranstaltung von Hometown Hannover und der Initiative für Internationalen Kulturaustausch (IIK), deren Leiterin Mahjabin Ahmed in den Abend einleitete. Das Rahmenprogramm bildeten Rochdi Elsaffi, der eines seiner Gedichte vortrug, sowie Ido Adi, der zum Ausklang auf der arabischen Oud etwas vorspielte. Zum Schluss haben viele Gäste die Gelegenheit genutzt, Firas Buch „Ich komm auf Deutschland zu: Ein Syrer über seine neue Heimat“ zu kaufen und von ihm signieren zu lassen sowie sich manchmal auch noch eine Umarmung und ein Selfie mit ihm abzuholen. Ein Abend, der sicherlich eines gezeigt hat: Ein Lächeln ist der kürzeste Weg zwischen zwei Menschen – und zwei Völkern.