Die Kooperation zwischen IIK e.V. und

H Hitzacker Dorf
O Organisationsbüro für
M Menschen mit Zuwanderungsgeschichte und
E Einheimische

HOME ist ein Genossenschaftsprojekt mit dem Namen „Hitzacker Dorf“.
Auf einem 5,5 ha großen Baugrundstück am Rande von Hitzacker im Wendland soll ein neues Stadtviertel in Mischnutzung zum Wohnen und Arbeiten entstehen.
Ziel ist es, ein Modell des friedlichen Zusammenlebens der Kulturen und Generationen im ländlichen Raum zu entwickeln.
Der Standort des neuen Stadtviertels ist gut an den Bahnverkehr angebunden. Die bisher rund 170 Mitglieder der  Genossenschaft kommen teilweise von außerhalb, d.h. sie wohnen derzeit noch in Hamburg, Berlin etc. Ein Drittel aller künftigen Bewohner sollen, so sieht es das Konzept vor, Geflüchtete sein.
Ein weiterer Hintergrund des Projektes ist der demographische Wandel. Dieser ist in der Region schon seit gut 10 Jahren erlebbar: Handwerksbetriebe finden keine Mitarbeiter oder Auszubildende, Häuser stehen leer, Läden und Geschäfte drohen zu verwaisen. Noch ist es aber nicht zu spät,  denn die Strukturen in Hitzacker sind grundsätzlich noch intakt. Mit vielfältigen Angeboten im Bereich der Schulen und Kindergärten, Beratungsmöglichkeiten und kulturellen Aktivitäten ist die soziale und gesellschaftliche Infrastruktur gut aufgestellt.

Die IIK e.V. unterstützt als Kooperationspartner das Projekt HOME dabei, den Kontakt zu geflüchteten Einzelpersonen bzw. Familien aus Hannover aufzubauen, die sich ein Leben auf dem Land vorstellen können.
Eine weitere Aufgabe der IIK e.V. ist es, die Nachfragekriterien zu erforschen bzw. zu entwickeln, z.B.: Was ist den Geflüchteten wichtig? Was würde sie in die Region ziehen? Was wäre attraktiv? Was stößt ab oder erscheint problematisch?
Bisher haben Mitarbeiterinnen der IIK e.V. 2018 zwei Mal an Treffen teilgenommen, welche die zukünftigen Dorfbewohner regelmäßig abhalten. Dabei wurden bisherige Ergebnisse vorgestellt und bei der Durchführung eines Workshops mitgewirkt.
Beim dritten Besuch in Hitzacker nutzte die IIK den „Brückentag“ nach Himmelfahrt am 11. Mai 2018 für eine Exkursion. Hier ein kurzer Bericht:


Mit von der Partie waren acht Flüchtlinge aus dem Irak, denen der Ausflug ein mögliches Leben im künftigen    Genossenschaftsdorf näherbringen sollte. Im „KuBa“ (Kulturbahnhof) erlebten alle einen lebendigen Vortrag über Ziele und Arbeitsweisen der Genossenschaft „Hitzacker Dorf“.
Bei bestem Wetter wurde anschließend der Bauplatz, auf dem bereits die Grundmauern für das erste Haus zu sehen waren, besichtigt. Danach gab es ein schmackhaftes Mittagessen im „Baucamp“, welches gemeinsam mit anderen, die sich im Rahmen der gerade stattfindenden „Kulturellen Landpartie“ für das Projekt interessieren, genossen wurde. Der letzte Programmpunkt war ein informativer Rundgang durch den attraktiven Stadtkern sowie auf den Weinberg, der eine schöne Aussicht über Elbe und Altstadtinsel bot.
Der Ausflug ermöglichte allen Teilnehmern vielfältige, horizonterweiternde Eindrücke vom Leben fernab der hektischen Großstadt. Dahingestellt sei, ob es bei Einzelnen zu ernsthaften Erwägungen kam, einen Umzug in die Region zu wagen… aber nichts ist unmöglich!
Auf der zweistündigen Rückfahrt, im Auto durch die hübschen Wendland- und Heidedörfer, hatte jeder ausgiebig Gelegenheit, der Frage nach den Vor- und Nachteilen des Stadt- bzw. Landlebens nochmal gedanklich nachzugehen.

Eine noch ausstehende mündliche Kurzbefragung der Ausflugsteilnehmer soll helfen das HOME-Projekt gewissermaßen mit ihren Augen zu betrachten.
Aus welchen Gründen können sich Menschen, die erst seit kurzer Zeit versuchen in Hannover heimisch zu werden, das Leben im ländlichen Raum vorstellen oder nicht? Inwiefern sind sie zu einem nochmaligen Umbruch in ihrem Leben (den ein Umzug nach Hitzacker zweifellos darstellen würde) bereit oder auch nicht?
Die Antworten auf diese Fragen sollen zusammen mit den übrigen Ergebnissen der Kooperation zwischen HOME und IIK e.V. abschließend in einem Projektbericht zusammengefasst werden (Fertigstellung voraussichtlich im Juni 2018).